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Mittwoch der 01. Oktober 2014

Hundebibliothek

Wie finde ich die richtige Hundeschule

Die Qual der Wahl: welche Hundeschule ist die Richtige?
Hundetrainerin Burga Torges gibt Tipps zu Qualitätsanalyse.

Immer mehr Hundebesitzer entscheiden sich dafür, bei der Erziehung ihres Vierbeiners professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das ist angesichts der stetig steigenden Anzahl von Hunden gerade im Stadtgebiet auch notwendig. Denn je mehr Hunde von souveränen Haltern geführt werden, desto problemloser ist ein Nebeneinander von Hundebesitzern und Menschen ohne Hunden möglich. Zusätzlicher Vorteil: Ein Hund der hört, darf auch frei laufen. Doch die richtige Ausbildung für den vierbeinigen Freund zu finden ist nicht leicht, denn die Auswahl ist groß und Qualität oft schwer auf den ersten Blick zu beurteilen.

Von „Superfrauchen“ bis „Diplom-Tierpsychologen“

Neue Hundeschulen, Hundetrainer oder Tierpsychologen schießen aufgrund der steigenden Nachfrage wie Pilze aus dem Boden. Das Problem: Es gibt kein staatlich anerkanntes Berufsbild des Hundetrainers. Jede interessierte Person kann zum Ordnungsamt gehen und ein Gewerbe anmelden.

„Tier-Nanny“, „Superfrauchen“ und „Hundeflüsterer“ sind von den Medien frei erfundene Berufsbezeichnungen, ebenso wie Dipl. Tierpsychologe, Dipl. Hundepsychologe bzw. Tierpsychologe, Hundepsychologe, Tiertherapeut keine staatlich anerkannten Berufsbezeichnungen sind. Keine davon können an Hochschulen studiert werden. So hat die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V., auf Veranlassung der Bundestierärztekammer, bereits Anfang August 2006 vor dem Landgericht Bochum Klage gegen einen selbst ernannten "Diplom-Tierpsychologen" erhoben. Es wurde festgestellt, dass die Bezeichnung "Tierpsychologe", für den es kein geregeltes Berufsbild gibt, bereits wenig aussagekräftig ist, so ist der Zusatz "Diplom" jedoch irreführend und damit unzulässig (Deutsches Tierärzteblatt / 54. Jahrgang / September 2006).

So genannte “Verhaltenstherapie" - dürfen nur Tierärzte/innen mit einer Zusatzbezeichnung für Verhaltenstherapie anbieten. Voraussetzung hierfür ist ein Hochschulstudium an einer veterinärmedizinischen Fakultät mit dem Abschluss des Staatsexamens (Dauer 5 ½ Jahre) und zusätzlich einer Weiterbildung in Tierverhaltenstherapie.

Deshalb gibt es eine Menge schwarzer Schafe auf dem Markt der Hundeerziehung aber natürlich auch viele wirklich qualifizierte Trainer, die sich mit dem Verhalten von Hunden intensiv beschäftigen und anerkannte Methoden anwenden, die zum Erfolg für Hunde und Menschen führen. Um das Richtige für den Einzelnen zu finden, schauen wir uns das Angebot einmal genauer an.

Lernen in der Gruppe oder Einzelunterricht?

Der Markt der Hundeschulen und Trainer lässt sich in zwei Arten von Ausbildungsmethoden einteilen:

Unterricht auf einem eingezäunten Gelände, Gruppenunterricht

Hundeschulen oder Vereine, deren Unterricht ausschließlich auf einem eingezäunten Gelände stattfindet halten Erziehungskurse häufig in größeren Gruppen ab.

Vorteil: Der Hund lernt die die gängigen Grundkommandos und das Gruppentraining ist relativ kostengünstig, da sich die Aufmerksamkeit des Trainers mit anderen Teilnehmern geteilt werden muss. Zudem lernen sich Halter von Hunde im selben Alter kennen und können Erfahrungen austauschen.

Nachteile: Der Hund lernt durch Verknüpfungen und deshalb auch schnell, dass er auf dem Hundeplatz gehorchen muss. Während des alltäglichen Spaziergangs kann das ganz anders aussehen. Zudem lernt das Tier an einem Ort ohne große Ablenkung und Umweltreize. Das ist keine reale Alltagssituation. Durch die Größe der Gruppen bleibt möglicherweise zu wenig Zeit für individuelle Fragen und Probleme.

Individuelle Hundeerziehung, Einzelstunden

Vorteile: bei der Einzelbetreuung wird das persönliche Umfeld analysiert, Bedürfnisse von Hunden und Möglichkeiten des Menschen aufeinander abgestimmt und ein individuelles Trainingsprogramm entwickelt. Das Training findet in Alltagssituationen statt, wird nach Bedarf gebucht und kann bequem dann stattfinden, wann es in den jeweiligen Terminkalender passt.

Nachteile: individuelle Betreuung ist kostenintensiver, Sozialverhalten im Welpenalter sollte zusätzlich zu den Alltagssituation in Spielgruppen geschult werden.

Stationäre Ausbildung nicht akzeptabel

Eine Ausbildung ohne Hundebesitzer sollte abgelehnt werden. Die angeblich sorgfältige Einweisung von 1 - 3 Tagen nach dem Training kann dem Hundebesitzer niemals vermitteln, wie der Hund die einzelnen Lektionen erlernt hat. Der Hund hat ein Vertrauensverhältnis zum Trainer aufgebaut, nicht zu seinem Halter.

Gewalt ist bei der Hundeerziehung tabu

Kommunikations- und pädagogische Kompetenz im Ungang mit Mensch und Tier müssen sich weder Lautstärke noch Gewalt bedienen. Der Einsatz von Starkzwangmitteln wie Elektroreizgeräte, Reitgerten, Würge- und Stachelhalsbänder oder Brustgeschirre mit Zugwirkung unter den Achseln ist genauso rigoros abzulehnen wie harte Leinenrucke, Kneifen in die Flanke oder andere Handlungen, die dem Hund Schmerz zufügen und Angst einflößen.

Hier gilt es den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Nur das, was Hund und Mensch respektvoll miteinander umgehen lässt, ist eine wertvolle Erziehungsmethode und führt zum Erfolg. Anderenfalls ist das Training sofort zu beenden und notfalls das Geld für bereits gezahlte Gebühren zurückfordern. Zudem sollte Gewalt an Tieren immer zur Anzeige gebracht werden.

Hundeerziehung beginnt sofort

Zusätzlich zur optimalen Welpenprägung durch die Hundeeltern und deren Menschen, sollte die Erziehung beginnen, sobald der Vierbeiner eingezogen ist. Tabus müssen konsequent eingehalten werden, denn das, was der Hund später nicht tun sollte, muss von Anfang an unterbunden werden. Die Erziehung des Welpen beginnt vor allem damit, Bindung zu schaffen, Vertrauen herzustellen, mit dem Training zur Stubenreinheit und der Vermittlung der Regeln des alltäglichen Umganges miteinander. In den ersten Lebenswochen sollten der Welpe darüber hinaus so viele Umwelterfahrungen wie möglich machen. Zusätzlich wird mit der positiven Verknüpfung von Kommandos begonnen. Deshalb zeugen Aussagen wie Hunde unter einen halben Jahr könnten noch nichts lernen von totaler Sachunkenntnis.

Erfolgsgarantien gibt es nicht

Der wirkliche Erfolg der Hundeerziehung hängt davon ab, ob und wie der Hundehalter die vom Trainer angebotenen Anweisungen und Tipps am Hund richtig umsetzen lernt und auch ausführen kann. Dazu ist es absolut notwendig, dass auch die Chemie zwischen Lehrer und Hundehalter stimmt. Nur so kann Herrchen oder Frauchen auch Tipps zu seiner eigenen Verhaltensveränderung und ständige Korrekturen annehmen.

Woran erkenne ich eine gute Hundeschule?

• Der Unterricht sollte ruhig und ohne Stress vonstatten gehen. Gebrüllte Kommandos und Einschüchterung sind weder notwendig noch angebracht. In einer guten Ausbildung ist der Umgang mit den Hunden und Menschen freundlich. Es wird eine Vertrauensbasis aufgebaut.

• Die Körpersprache der Hunde und der Menschen steht im Focus und eine klare Kommunikation zwischen Hund und Mensch, basierend auf Sicht- und Hörzeichen wird geschaffen.

• Der Hundetrainer/in sollte für alle Fragen ein offenes Ohr haben und fachgerecht beantwortet werden. Wichtig dabei ist, dass der Halter diese versteht und umsetzten kann. Fragen über die Haltung des Hundes im häuslichen Umfeld sind wichtig, ebenso sollte sich der Trainer vergewissern, ob der Hund gesund und damit fit für das Training ist.

• Ein guter Hundetrainer/in setzt keine Trainingsmethoden am Hund ein, mit denen der Halter nicht einverstanden ist. Die Erziehung von Mensch und Hund sollte immer individuell sein. Es gibt keine Standardmethoden ohne auf den Charakter des einzelnen Hundes, Mentalität und Sensibilität zu achten. Auch nicht für Hunde gleicher Rassen. Auch Trainingsformen, die noch so sanft und spielerisch vermittelt werden, müssen nicht zu jedem Hundecharakter passen.

• Der Unterricht sollte überwiegend im Freien stattfinden, dies kommt der Praxis des täglichen Spaziergangs am nähesten, dies gilt für Einzelstunden, wie auch dem Training in der Gruppe

• Wichtig, darauf zu achten, dass mit motivierenden Methoden gearbeitet wird. Motivation kann sowohl Stimme und Körperhaltung Hand als auch Futter und Spielzeug sein. Dann Kommen Hund und Mensch auch gern zum Training.

• Die Geduld, die der Trainer dem Halter im Umgang mit seinem Hund abfordert, sollte er selbst auch bei seinem Unterricht mit Mensch und Hund aufbringen.

Gründlich ausgewählt schützt vor Problemen

Den Erziehungs - Grundstein, den Sie in den ersten 12 Monaten Ihres Hundes legen, prägt diesen für den Rest seines Lebens. Im positiven, wie auch negativem Sinn. Eine gute Hundeerziehung stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund und macht sie zu einem souveränen Team, das sich sicher durch alle Situationen des Alltags bewegt. Auch Verhaltensauffälligkeiten bei älteren Hunden sollten mit Kompetenz und Sachverstand behoben werden. Letztlich sind Empfehlungen von anderen Hundehaltern durch die so genannte „Waldpost“ und gut erzogene Hunde das Beste Aushängeschild für alle diejenigen, die den Umgang mit Hunden lehren. Immer im Hinterkopf: der Vierbeiner kann mehr als 14 Jahre alt werden. Wer hier Geld sparen will, der spart am falschen Ende der Leine.